Kinderdorfhaus Pflegenest

Ein Zuhause für Kinder und Jugendliche

Leistungen

Unsere Arbeit richtet sich an Kinder und Jugendliche, die einen geschützten, familiären und fördernden Lebensraum benötigen. Im Mittelpunkt stehen individuelle Begleitung, Stabilität, Beziehung und die Entwicklung neuer Perspektiven.

Personenkreis / Zielgruppe

1. Rechtliche Grundlagen

Kinder, deren Familien Hilfe zur Erziehung auf der Grundlage des SGB VIII gewährt wird und die durch hohe Problembelastung in der Herkunftsfamilie von vielfältigen tiefgreifenden Entwicklungsverzögerungen beziehungsweise Entwicklungsstörungen bedroht sind. Rechtsgrundlage hierfür sind § 27 in Verbindung mit §§ 34, 35a und 41 SGB VIII.

2. Personenkreis

Mädchen und Jungen im Alter von 5 bis 18 Jahren. Davon stehen integrativ zwei Plätze für Kinder auf der Rechtsgrundlage § 35a, insbesondere im Bereich Autismus-Spektrum-Störung, zur Verfügung.

3. Aufnahmekriterien

Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche aus erheblich problembelasteten Familien, die aufgrund ihrer Beeinträchtigungen Auffälligkeiten im sozialen, emotionalen und geistig-intellektuellen Bereich aufweisen oder vor diesen bewahrt werden müssen.

Die individuelle Problematik sollte zum aktuellen sozialen System der Gruppe passen. Eine Rückführung in die Herkunftsfamilie wird angestrebt. Das Angebot gilt besonders für Kinder und Jugendliche, für die ein familiärer Erziehungskontext als geeignete Form der Fremdunterbringung angesehen wird.

4. Ausschlusskriterien

Verdacht auf Suchtproblematik, akute oder latente Suizidgefahr, schwere Persönlichkeitsstörungen sowie stärkere körperlich aggressive Tendenzen gegenüber der eigenen Person oder den Betreuern können ein Ausschlusskriterium sein.

Eine Aufnahme ist ebenfalls ausgeschlossen, wenn bei Kindern oder Jugendlichen ausgeprägte sexualisierte Verhaltensauffälligkeiten vorliegen, die im Rahmen unseres pädagogischen Settings und der bestehenden Gruppenkonstellation nicht angemessen betreut werden können.

5. Aufnahmeverfahren

Es finden grundsätzlich Aufnahmegespräche statt, die die Leitung/ stellv. Leitung übernimmt

Nach telefonischem Erstkontakt findet ein persönliches Kennenlerngespräch meistens im Kinderdorfhaus oder nach Absprache im zuständigen Jugendamt statt. So kann für alle Beteiligten ein erstes Bild von der Einrichtung, den derzeitigen Bewohnern und den anwesenden Mitarbeitenden vermittelt werden.

Nach telefonischem Erstkontakt findet ein persönliches Kennenlerngespräch meistens im Kinderdorfhaus oder nach Absprache im zuständigen Jugendamt statt. So kann für alle Beteiligten ein erstes Bild von der Einrichtung, den derzeitigen Bewohnern und den anwesenden Mitarbeitenden vermittelt werden.

Aufnahmegespräche werden grundsätzlich von Frau Fried als Leiterin der Einrichtung geführt. Dabei werden zunächst die Erwartungen der Betroffenen geklärt, um gemeinsam zu prüfen, wo die Ressourcen des Kindes liegen und inwieweit diese in unserer Einrichtung ausgebaut werden können.

Wichtig dafür sind Unterlagen zum Lebenslauf, zur Gesundheit sowie eventuelle Therapieansätze. Diese ermöglichen eine Anamnese und daraus folgend eine individuelle Konzepterarbeitung.

Bis zur endgültigen Entscheidung gibt es für alle Beteiligten die Möglichkeit einer Bedenkzeit und auf Wunsch auch eines Probewohnens. Die zukünftig zu besuchende Schule wird gemeinsam mit den Beteiligten festgelegt. Der Erstkontakt des Kindes mit der Schule erfolgt gemeinsam mit einem Pädagogen.

Dem aufzunehmenden Kind wird eine Willkommensmappe überreicht. Diese enthält unter anderem Informationen über seine Rechte, die Hausordnung sowie Belehrungen, welche in der Einrichtung erfolgen.

Methodische Grundlagen

Unsere pädagogische Arbeit verbindet Alltag, Beziehung, individuelle Förderung und lebenspraktisches Lernen.

Das Kinderdorfhaus verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und bietet Angebote zur individuellen Förderung in allen Bereichen. Dazu gehört auch die Kooperation mit geeigneten Institutionen.

Die Einbindung des Einzelnen in die vorgefundene familienähnliche Konstellation ist ein zentrales Element unserer Arbeit.

Da in der Einrichtung Kinder im Alter von 5 bis 18 Jahren leben, ergeben sich vielfältige Situationen zur Schulung unterschiedlichster Kompetenzen, die auch im Alltag einer Familie eine Rolle spielen.

Im Spiel mit den Jüngeren können Defizite aus der eigenen Kindheit aufgearbeitet und parallel neue Kompetenzen erlernt und entwickelt werden. Wir arbeiten grundsätzlich ressourcen- und lösungsorientiert.

In der Integrationsphase und zur Erstellung eines individuellen Erziehungsplanes werden interne Beobachtungen unter Einbeziehung vorhandener Stellungnahmen, Empfehlungen und Berichte vorangegangener Maßnahmen ausgewertet und zusammengefasst.

Jedes Kind soll gemäß seiner individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bedürfnisse gefördert werden.

Individuelle Förderung im Alltag

Die individuelle Förderung des Einzelnen in unterschiedlichen Lebensbereichen gehört zu den methodischen Grundlagen unserer Arbeit. Dies beinhaltet einen intensiven Bindungs- und Beziehungsaufbau, themenzentrierte Einzelgespräche, Hausaufgabenbetreuung, soziale Integration ins Lebensumfeld und gezielte, schrittweise Verselbstständigung in lebenspraktischen Bereichen.

Auch die Tierhaltung, zum Beispiel mit Hund und Katze, sowie die Selbstversorgung aus dem eigenen Garten durch gemeinsamen Anbau, Ernte und Verarbeitung tragen in wesentlichen Bereichen zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

Der Umgang miteinander ist geprägt durch unterschiedliche Ausgangssituationen und bietet vielfältige Möglichkeiten zum Erlernen zwischenmenschlicher Interaktionen.

Die Vorbildwirkung des Pädagogen, sein Feingefühl im Umgang mit dem Einzelnen, seine fachliche Kompetenz und freundliche Zugewandtheit stehen dabei im Mittelpunkt.

Elternkontakte und Rückführung

Elternkontakte werden unter dem Aspekt der bestmöglichen Rückführung reflektiert. Besuche der Eltern finden, um das Haus als geschütztes Lebensumfeld zu erhalten, nur in Ausnahmefällen und in Absprache mit dem Jugendamt in der Einrichtung statt.

Pädagogische und therapeutische Leistungen

Es werden alltagspädagogische Leistungen geboten, die als Lern- und Übungsfeld für die Gestaltung eines eigenständigen Lebens dienen.

Dazu gehören sozialpädagogisches Handeln, zielgerichtetes und strukturiertes Arbeiten mit dem Einzelnen und in der Gruppe sowie Ansätze aus der Lern- und Verhaltenstheorie, dem Situationsansatz und der Lebensfeld- und Gemeinwesenorientierung.

Therapeutische Leistungen erfolgen unter anderem in Form von Kunsttherapie. Ergänzend bieten wir Förderung, Begleitung und Unterstützung in Kindergarten, Schule und bei der Bewältigung des Lebensumfeldes.

Zur Erweiterung sozialer Kompetenzen wird angestrebt, Kinder und Jugendliche altersgerecht in Sportvereine zu integrieren. Beispiele hierfür sind Fußball, Bogenschießen und Jiu-Jitsu.

Unsere Einrichtung verfügt über interne Ergotherapeuten